Mit Baby auf Langzeit-Familienreise – Interview mit Josi und Olaf

von Julia
Mit Baby auf Langzeit-Familienreise - Interview mit Josi und Olaf

Josi, Olaf und ihrer Tochter Salome reisen seit 2016 durch die Welt. Ausschlaggebend für ihre Reise war die Geburt ihrer Tochter. Auf ihrem Blog backpackbaby berichten sie von den Erfahrungen ihrer Reise und Gedanken zum Familienleben. Im Interview verraten euch die beiden, wie sie ihre Weltreise finanzieren, wie sie ihre Zweifel und Ängste besiegt haben und noch vieles vieles mehr. Das Interview ist ein Auszug aus meinem Buch Mit deiner Familie auf Langzeitreise. Viel Freude beim Lesen!

Wie lange reist ihr schon als Familie und welche Länder habt ihr bereits besucht?

Wir sind im Juni 2016 aufgebrochen und haben über 9 Monate Taiwan, Vietnam, Thailand, Indonesien (Bali und die Gili-Inseln), und schließlich Indien besucht. Momentan sind wir wieder in Deutschland, wir wollen aber bald wieder aufbrechen.

Hattet ihr vor Beginn der Reise mit Ängsten und Zweifeln zu kämpfen? Wenn ja, welche waren das und wie habt ihr sie überwunden?

Wir hatten Angst davor, dass unsere Tochter die Hitze nicht gut vertragen würde. Wir haben uns Sorgen darum gemacht, wie wir als Familie das viele Reisen, den ständigen Ortswechsel empfinden würden. Wir wussten nicht, was uns erwartet, wie wir auf das neue Reiseleben reagieren würden und ob wir immer zurecht kommen würden. Diese Unsicherheit macht natürlich Angst. Was uns geholfen hat: Viele Blogs lesen, Youtube Videos schauen und vor allem: einfach Augen zu und los. Wenn man einmal unterwegs ist, ist alles ganz leicht.

Wie seid ihr hauptsächlich unterwegs?

Wir waren die ganze Zeit als Backpacker unterwegs, haben aber recht schnell unser Reisetempo dramatisch gedrosselt und sind teilweise wochenlang an einem Ort geblieben. Auf die Art konnten wir wirklich in die Kultur eintauchen, dem Lebensgefühl nachspüren und als Familie genug Ruhepausen bekommen.

Wo übernachtet ihr auf Reisen? (Wohnmobil, Hostel, Privatunterkünfte, Hotels, …)

Meistens in Hostels oder Hotels.

Habt ihr Erfahrungen mit AirBNB, Wohnen gegen Hand, TrustedHousesitters oder ähnlichem gemacht?

AirBNB war uns immer zu teuer. Die komfortableren Hotels waren in Asien oft unschlagbar günstig. Housesitting, Wwoofing und Urlaub gegen Hand ist fürs nächste Jahr geplant. Nun ist unsere Tochter schon etwas älter (2,5 Jahre), da geht das besser.

„Unterwegs fühlen wir uns so mutig, frei und gesund – so ein Lebensgefühl bekommt man anders nicht.“

Wie finanziert ihr eure Reise?

Ersparnisse, Wohnung untervermieten, Bloggen, Texterjobs. Ultimativ wollen wir unsere Wohnung ganz auflösen und uns als freiberufliche Texter über Wasser halten. Das ein oder andere Blog- oder Online-Magazinprojekt kommt auch noch dazu. Da das Backpacken in Asien so günstig ist, braucht es wenig Arbeitsstunden, um gut und frei zu leben.

Hattet ihr vor der Abreise einen konkreten Plan, wie ihr euer Reiseleben finanzieren wollt? Oder habt ihr euch unterwegs etwas überlegt?

Wir haben uns unterwegs etwas überlegt. Ein, zwei Ideen sind auch grandios gescheitert. Aber wir wissen, wie wir leben wollen und haben einfach nicht aufgegeben. Mit dem Ziel vor Augen kommt man auch irgendwann an (im Weltenbummlerleben).

Habt ihr vorher etwas angespart oder arbeitet ihr regelmäßig unterwegs?

Ja, wir hatten ca. 15000 Euro angespart. Wir haben alles mögliche verkauft, Rentenfonds aufgelöst und unsere Hochzeitsgeschenke für die Reise genutzt. Unterwegs kam dann noch das Kindergeld und die Einnahmen aus der Untervermietung dazu.

Seid ihr weiterhin in Deutschland angemeldet oder habt ihr euch komplett abgemeldet? Welche Vor- bzw. Nachteile hat das eurer Meinung nach?

Wir sind noch in Deutschland gemeldet. Es ist ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass hier im Zweifelsfalle ein Sicherheitsnetz auf uns wartet. Außerdem freuen wir uns jeden Monat über das Kindergeld. Für Reisefamilien, die gern ihre Kinder frei lernen lassen wollen und nicht in die Schule schicken, ist der einzige Weg die Abmeldung aus Deutschland.

Habt ihr Geschäftsideen ausprobiert, die gescheitert sind?

Oh ja! Wir wollten zum Beispiel Waren aus Indien importieren und in Deutschland verkaufen – das war schwieriger, als gedacht. Im Endeffekt hat es uns aber nur Zeit gekostet und wir haben viel dazu gelernt.

Welche Hindernisse traten beim Start eures Business auf?

Wir hatten einfach keine Ahnung, wie man sich selbstständig macht. Wir mussten uns alles, alles selbst beibringen. Vom Bloggen, Social Media Management, Warten der Website bis hin zum Steuerrechtlichen. In Wahrheit habe ich das Gefühl, dass wir immer noch im Lernmodus sind. Aber wir werden jeden Monat klüger und besser und nur das zählt!

Welche Fehler würdet ihr hinsichtlich eures Business und eurer Familienreise kein zweites Mal machen?

Zu lange zögern, zu perfektionistisch planen. Ich würde sofort vor allem aufs Netzwerken setzten. Mich auf Facebook und durch Blogs vernetzen. Die Inspiration und der Austausch, den man durch andere Reisefamilien bekommt ist unschätzbar wertvoll.

Welche Versicherungen habt ihr abgeschlossen bzw. haltet ihr für sinnvoll bei einer Familienreise?

Wir sind bei der Hanse Merkur und sehr zufrieden. Wir überlegen gerade eine Berufshaftpflicht abzuschließen, sind da aber noch nicht ganz sicher.

Wie bekommt ihr unterwegs stabiles Internet?

Wir schauen vor den Buchungen immer, ob es W-Lan in den Hotels gibt. Wenn nicht, ist das ein Ausschlusskriterium. Außerdem lese ich ein paar Bewertungen. Zum Internet und der Geschwindigkeit wird fast immer etwas gesagt. Für den Notfall kaufen wir in jedem Reiseland eine Simkarte mit ein wenig mobilem Datenvolumen.

Welche Bücher, Filme, Blogs oder Kurse würdet ihr Familien empfehlen, die ein ortsunabhängiges Business aufbauen möchten? Wo kann man sich noch wertvolle Informationen holen?

Das kommt sehr darauf an, was man machen möchte. Ich würde erst einmal auf Facebook stöbern. Da gibt es zu jedem Thema und für jede Ausrichtung Gruppen. Die Leute dort sind oft sehr hilfreich und engagiert. Es gibt auch viele Gruppe für digitale Nomaden. Ob man einen Kurs braucht, weiß ich gar nicht. Uns hat der Kurs, den wir gemacht haben, vor allem viel Geld gekostet. Er hat ein wenig dabei geholfen, uns darüber klar zu werden, wo unsere Stärken und Kompetenzen liegen, aber das hätten wir durch eigenständige Recherche auch herausgefunden. Den Rest mussten wir uns ohnehin selbst zusammen basteln.

Wie haltet ihr unterwegs Kontakte zu Familie und Freunden aufrecht?

Skype, Mails und alle werden natürlich über unsere Social Media Kanäle auf dem Laufenden gehalten. Manchmal bin ich ganz überrascht, wie genau wir von allen im Blick behalten werden.

Reist ihr weitestgehend allein oder trefft ihr unterwegs andere Familien?

So oft es geht treffen wir andere Familien. Dieser Austausch mit Gleichgesinnten ist so wertvoll und einfach schön. Für unsere Tochter ist es auch mal schön, andere Kinder zu treffen, deren Sprache sie versteht.

Wie ist eure Einstellung zu Werbung auf dem eigenen Blog bzw. euren Social Media Kanälen?

Finde ich total ok, sofern es ordentlich gekennzeichnet ist. Wir bloggen auch, um etwas Geld zu verdienen. Bloggen ist viel Arbeit, es ist doch super, wenn da ein bisschen was finanziell bei rum kommt.

Haben sich eure Erwartungen an eure Langzeit-Familienreise erfüllt? Wenn nein, was hättet ihr euch anders vorgestellt?

Ehrlich gesagt war es noch besser, als erwartet. Unterwegs fühlen wir uns so mutig, frei und gesund – so ein Lebensgefühl bekommt man anders nicht.

Was war euer schönstes Reiseerlebnis bisher?

Oh je, da gibt es Hunderte. Ich glaube, das Schönste ist einfach zu sehen, wie unser Kind wächst und gedeiht, inmitten all der exotischen Kulturen, die für sie ganz selbstverständlich sind. Wie sie durch die Reise so offen und selbstbewusst geworden ist und wie wir als Familie noch enger zusammengewachsen sind durch die vielen Abenteuer, die wir gemeinsam erlebt haben.


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