Erfolgreich als Bloggerin & Stylistin – Interview mit „Tastesheriff“ Clara

von Julia
Erfolgreich als Bloggerin & Stylistin - Interview mit "Tastesheriff" Clara

Clara Moring ist Bloggerin auf www.tastesheriff.com, Stylistin, Mit-Organisatorin der BLOGST Workshops & Konferenzen und Mama von zwei Töchtern. Im Interview spricht sie über den Aufbau ihrer Selbstständigkeit, den Arbeitsalltag mit Kindern und gibt wertvolle Tipps für selbstständige Mamas. Viel Freude beim Lesen!

Das Interview ist ein Auszug aus meinem Buch Mompreneurs: Selbstständig mit Kind.

Clara, du bist erfolgreiche Bloggerin, Stylistin, Mit-Organisatorin der BLOGST Workshops & Konferenzen und Mama von zwei Töchtern. Wie bringst du das alles unter einen Hut? Wie viele Stunden pro Tag arbeitest du im Durchschnitt?

Es ist alles eine Sache der Organisation. Manchmal sage ich spöttisch: Mein Tag hat halt 26 Stunden, daher schaffe ich mehr. Momentan ist die Situation noch etwas anders, da vor sieben Wochen meine Tochter geboren wurde… aber ein wenig arbeite ich schon wieder und bald werden es wieder ca. 30-40 Stunden die Woche werden.

Arbeitest du von zuhause aus oder hast du ein Büro?

Beides. Ich arbeite viel von zu hause. Aber zusammen mit drei Freundinnen habe ich auch ein kleines Büro in dem ich einen Arbeitsplatz habe und vor allem meine Requisite mit Dingen, die ich als Stylistin benötige.

Wie organisierst du deinen Alltag mit Kindern? Wie ist bei euch die Betreuung geregelt?

Ich stehe früh auf und versuche, schon eine Stunde zu arbeiten wenn die Kinder noch schlafen. Die Grosse ist von 8:30 Uhr bis 16 Uhr in der Kita und für die Kleine haben wir ab Anfang September für einige Stunden pro Woche eine tolle Kinderfrau. Ich versuche tagsüber viel wegzuarbeiten, damit die Zeit von 16 bis 19:30/20:00 Uhr nur meinen Kindern gehört. Meine Arbeitszeit ist dann oft noch abends oder am Wochenende, wenn mein Mann dann auch da ist. Zudem habe ich Unterstützung von meiner tollen Assistentin, die auch an Tagen ohne Kinderbetreuung da ist und für mich die fehlenden freien Hände abpuffert.

Inwieweit sind dein Mann bzw. deine Familie in die Kinderbetreuung involviert?

Mein Mann unterstützt mich sehr, soweit es sein Job zulässt. Er ist Professor, daher ist er auch während des Semesters nicht so flexibel. Wenn grössere Projekte anstehen oder ich beruflich für ein paar Tage weg fahre, bringe ich die Kinder auch gerne zu meiner Mutter, die aber 200 km entfernt lebt. Aber meistens bekommen wir es irgendwie so organisiert, denn Workshops und Konferenz zum Beispiel sind ja meiste von langer Hand geplant.

Hast du deine unternehmerischen Projekte selbst finanziert oder einen Gründungszuschuss bzw. Kredit in Anspruch genommen?

Als ich mich 2007 selbstständig machte, hatte ich gerade meine Festanstellung bei der Brigitte gekündigt. Ich habe damals das „Existenzgründungsgeld“ in Anspruch genommen. Das waren dann 10 Monate lang ca. 1000 Euro netto. Meine unternehmerisches Risiko waren nur meine Lebenshaltungskosten, denn meine Grundausstattung sind ja vor alle mein Herz, Hirn und meine Hände. Daher war glücklicherweise kein Kredit von Nöten. Und bei meiner Entscheidung zur Selbstständigkeit war mir die finanzielle Sicherheit nicht wichtig. Ich war mir sicher es wird funktionieren und sollte es nicht laufen, wär ich beim Bäcker Brötchen verkaufen gegangen.

Du warst ja schon vor deiner Schwangerschaft selbstständig tätig. Was hat sich für dich in deinem beruflichen Alltag verändert, seitdem du Mutter geworden bist?

Meinen ursprünglichen Job als Vollzeit-Stylistin könnte ich mit der Kinderbetreuung nicht mehr in dem Umfang machen. Noch vor 4 Jahren hab ich ca. 70 Stunden die Woche gearbeitet und im Fotostudio wochenlang Kataloge für diverse Firmen gestylt. Nun mach ich immer mal kleine Styling- Jobs und picke mir sozusagen die Rosinen raus. Durchs Bloggen und BLOGST sind aber so viele neue Facetten dazugekommen, die jetzt zu meinem Beruf geworden sind.

„ERFOLG hat drei Buchstaben: T U N – das ist mein Lieblingszitat von Johann Wolfgang von Goethe.“

Woran arbeitest du gerade?

Ich habe kurz vor der Geburt meiner zweiten Tochter noch ein Buch zu Ende fotografiert, das im Januar 2017 erscheint. Ansonsten blogge ich 2-3 mal pro Woche auf tastesheriff.com und organisiere zusammen mit Ricarda noch mehrere grosse Veranstaltungen mit BLOGST in diesem Jahr. Ich betreue eine Facebookseite für ein Einrichtungsunternehmen und ich habe diverse Aufträge für Foodstyling. Puh – das klingt viel. Aber es bringt mir Spass und macht mich glücklich.

Könntest du dir vorstellen, in einem Angestelltenverhältnis zu arbeiten?

Nein. Das würde mich vermutlich krank machen. ich bin glücklich, so wie es ist. Die Selbstbestimmtheit und Freiheit ist mein grösstes Gut.

Viele Frauen hinterfragen während der Elternzeit ihren alten Beruf und überlegen, sich selbstständig zu machen. Woran liegt das deiner Meinung nach?

Meiner Meinung nach schlummert in jedem der kleine Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmtheit. Eine Selbstständigkeit ist aber trotzdem nicht für Jeden etwas. Gerade in der Elternzeit kommen viele ins Grübeln und wollen alles neu, denn das Privatleben findet sich ja auch gerade neu. Ich bin immer pro Selbstständigkeit, aber die Menschen müssen das auch können. Mental aber vor allem auch fachlich. Grundsätzlich ist meine Devise – man kann alles im Leben werden und man hört nie auf zu lernen, aber für viele Dinge muss man sich halt auch sehr anstrengen und Abstriche mache.

Wie kam es zur Idee der BLOGST-Konferenz?

Ricarda hatte BLOGST als Workshopreihe bereits gegründet. Wir haben uns beim Bloggen noch sehr viel selbst angeeignet. Ricardas Vorteil war der Hintergrund als Social Media Managerin. Für mich war meine Redaktionserfahrung und vor allem mein Job als Stylistin die Basis auf die ich bauen konnte. Eines Tages saßen wir zusammen und machten uns Gedanken warum es so tolle internationale Konferenzen gibt, aber nichts Vernetzendes für die deutschen Blogger. Deutsches Recht und auch deutsche Leser sind ganz anders als z.b. skandinavische. Und warum musste immer nur jeder für sich alleine herumbrodeln? Oft ist alles doch so viel einfacher wenn man jemanden kennt, den man fragen kann. Und dann haben wir losgelegt und nicht mit einem solchen Erfolg gerechnet.

Du hast ja verschiedene Einnahmequellen. Wie trägt sich Deine Selbstständigkeit und wie stellst Du Deine Finanzierung sicher?

Vermutlich könnte ich aus jedem Feld mehr Erträge generieren. Aber ich finde es genau gut so wie es ist, denn sonst ginge die Leichtigkeit verloren. Würde ich mehr Kooperationen auf dem Blog haben, würde hier ein viel grösserer Druck herrschen und ich könnte nicht mehr so entspannt an das Thema herangehen. Würde ich mehr Aufträge für Foodstyling oder Bücher annehmen, könnte ich die anderen Jobs nicht mehr machen. Wenn wir bei BLOGST noch mehr Veranstaltungen machen würden, hätten wir vielleicht am Ende mehr über, aber das Besondere ginge verloren und das WIR-Gefühl. Ich komme finanziell gut über die Runden, habe aber leider manchmal einen zu hohen Lebensstandard. Meine Mutter hat mir immer beigebracht so im Leben dazustehen, dass man auch alleine klarkommen würde. Das könnte ich – vielleicht nicht in einer so grossen Altbauwohnung in 2. Reihe zur Alster, aber ich würde immer klarkommen. Natürlich gibt das feste Gehalt meines Mannes uns inzwischen Sicherheit, wobei wir nach 10 Jahren Beziehung immer noch getrennte Kasse machen und nur für die Basiseinkäufe einen Pott haben. Ich brauche das Gefühl der finanziellen Unabhängigkeit.

Was bedeutet „erfüllende Arbeit“ für dich?

Glücklich einzuschlafen und glücklich aufzuwachen, meine Rechnungen bezahlen zu können, mir immer mal etwas Schönes kaufen zu können, nicht beim Discounter einkaufen zu müssen und immer wieder Spass bei der Arbeit zu haben.

Welche Eigenschaften sollten GründerInnen deiner Meinung nach mitbringen?

Leidenschaft und Durchhaltevermögen und vor allem Zuverlässigkeit und Struktur. Alles baut aufeinander auf und der Weg in Selbstständigkeit sollte niemals eine „Notlösung“ sein, denn dann klappt es meistens nicht.

Welche Tipps würdest du Müttern, die sich selbstständig machen wollen, mit auf den Weg geben?

ERFOLG hat drei Buchstaben: T U N – das ist mein Lieblingszitat von Johann Wolfgang von Goethe. Aber man sollte sich nicht hinterm „Muttersein“ verstecken. Klar bestimmt das das Leben und ist für jeden ein grosses Thema. Aber die Kunden interessiert es nicht. Es ist wichtig das man seinen Job macht und zwar zu 100%. Wenn man einen Abgabetermin hat, ist es dem Kunden leider ziemlich egal ob das Kind nen Schnupfen hat oder in der Nacht 20 mal aufgestanden ist. Ich beobachte diese ganze „Mütter in der Selbstständigkeit“ Geschichte seit Monaten sehr kritisch, denn man bekommt Jobs, Aufträge und Kunden in den meisten Fällen nicht weil man Mutter ist, sondern weil man etwas gut kann und das sollte auch der Hauptantrieb für die Selbstständigkeit bleiben.

Claras Blog „Tastesheriff“
Blogst Konferenz & Workshops


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