Öfter mal Fehler machen: Eine Ode ans Scheitern

von Julia
Öfter mal Fehler machen: Eine Ode ans Scheitern

Die meisten Menschen haben Angst vor dem Scheitern. Sie fühlen sich als Versager, wenn etwas nicht klappt das sie sich vorgenommen haben oder sie einen Traum wieder aufgeben müssen. Aus diesem Grund bleiben sie oft jahrelang in Jobs, Beziehungen oder Lebensumständen, die ihnen gar nicht gut tun. Aber weißt du was? In meinen Augen gibt es kein Scheitern. In diesem Beitrag erkläre ich dir, warum.

Nichts bringt dich weiter, als etwas auszuprobieren und dann festzustellen, dass es doch nicht das Richtige war! Wie oft hast du schon bereut, eine Idee nicht wenigstens ausprobiert zu haben, deine großen Träume immer weiter vor dir herzuschieben oder einen alten Streit nicht aus der Welt geräumt zu haben? Denn weißt du, was wir später am meisten bereuen? Nicht die Dinge, die wir gemacht haben – sondern all das, was wir aus Angst nicht gewagt haben. Darüber schreibe ich übrigens hier noch ausführlicher: Berufliche Veränderung: Wie du mit Ängsten und Zweifeln umgehen lernst

Ich persönlich finde Scheitern super. Ich bin schon viele Male gescheitert und sehr froh darüber. Nach einer anfänglichen kurzen Welle negativer Gedanken hat mich bisher jedes Scheitern weitergebracht und ich bin sehr dankbar darüber, jede einzelne Erfahrung des „Versagens“ gemacht haben zu dürfen.

Wer ist letztendlich mehr gescheitert? Jemand, der sein Leben an eine Karriere verkauft und jeden Tag unter seinen Möglichkeiten geblieben ist, oder jemand, der seinen Lebenstraum zumindest in Angriff genommen hat? Catharina Bruns, workisnotajob.

Jedes „Scheitern“ macht Platz für einen Neuanfang. Eine Tür geht zu und eine neue öffnet sich. Ich habe schon viele Projekte gestartet und wieder auf Eis gelegt. Hat es mir geschadet? Im Gegenteil! Jedes beendete Projekt verschaffte mir die Möglichkeit, etwas Neues zu starten – etwas, das mir mehr Freude bringt und meinen Bedürfnissen besser entspricht. Hier ein kleiner Auszug aus meinem Lebenslauf des „Scheiterns“:

Zweitstudium? Oder auch nicht.

Vor ein paar Jahren hatte ich den drängenden Wunsch, Fotografie zu studieren. Der Gedanke daran ging mir jahrelang im Kopf herum und ich dachte: Wenn ich es nicht wenigstens probiere, werde ich mir ewig Vorwürfe machen! Während ich also bereits Vollzeit als selbstständige Webdesignerin arbeitete, steckte ich viel Zeit in meine Mappe und bewarb mich. Ich wurde abgelehnt. Doch anstatt aufzugeben, habe ich eine noch bessere Mappe erstellt, mich nach weiteren Studienorten umgesehen und mich dann erneut beworben. Meine zweite Bewerbung war erfolgreich, ich wurde angenommen und das auch noch in meiner Traumstadt Berlin! Also zog ich in die Hauptstadt und begann zu studieren. Es war eine Privatschule und um alle Unkosten zu decken, musste ich nebenbei viel arbeiten. Meine Webdesign-Firma wurde dadurch immer erfolgreicher und nach kurzer Zeit steckte ich täglich in Büros großer Agenturen anstatt in der Fotografieschule. Also brach ich das Studium wieder ab und widmete mich meiner Selbstständigkeit bzw. dem wilden Leben in Berlin. Bereut habe ich bis heute keine dieser Entscheidungen. Ohne meine Bewerbung wäre ich niemals nach Berlin gekommen, hätte meinen Mann nicht kennengelernt und meine wunderbaren Kinder nicht bekommen!

Meine ersten beiden Firmen

Meine eigene Webdesign-Firma lief richtig gut, ich hatte täglich mit Kreativen verschiedenster Branchen und mit namhaften Kunden zu tun. Ich verdiente genug und fühlte mich „erfolgreich“. Aber als ich dann in Elternzeit ging kam alles anders. Das Elternjahr neigte sich dem Ende zu und der Gedanke an meine „ehemalige Arbeit“ erfüllte mich mit einer drückenden Panik. Ich hatte das Gefühl, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange ist und so viele Potenziale in mir schlummern. Aber was könnte eine neue erfüllende Beschäftigung sein? Ich bestellte mir haufenweise Bücher zum Thema Selbst- und Berufsfindung und arbeitete jedes einzelne von vorn bis hinten durch. Danach stand für mich fest: Ich möchte meine Firma aufgeben und in einem ganz neuen Bereich nochmal von vorn starten. So kam es 2012 zur Gründung meines Kreativblogs und Schnittmuster-Labels „Kreativlabor Berlin“, das ich dann sieben Jahre lang führte. In der Zeit mit meinem Label habe ich zahlreiche wunderbare Menschen getroffen und viel über das Bloggen, meine Berufung und Talente gelernt. Am Wichtigsten war für mich zu sehen, dass ich alles schaffen kann, wenn ich es will. Das alles wäre ohne die „Aufgabe“ meiner ersten Firma nicht möglich gewesen.

„Einen Versuch wagen und dabei scheitern bringt zumindest einen Gewinn an Wissen und Erfahrung. Nichts riskieren dagegen heißt einen nicht abschätzbaren Verlust auf sich nehmen – den Verlust des Gewinns, den das Wagnis möglicherweise eingebracht hätte.“ Chester Barnard

Schon gibts Nummer Drei und Vier

Auch meine zweite Elternzeit sorgte wieder für Umschwung. Ich entdecke meine Leidenschaft fürs Schreiben und startete die erste Version von „happy visions“, einem Inspirationsmagazin. Meine große Vision war es, viele verschiedene Menschen vorzustellen, die unterschiedlichste Wege zu einem erfüllten Leben gegangen sind und einfach IHR DING gemacht haben. Außerdem fand ich zurück zum Webdesign und gründete eine neue Webagentur als WordPress-Expertin. Im Laufe mehrerer Jahre beschäftigte ich mich zudem immer intensiver mit Persönlichkeitsentwicklung und Coaching und absolvierte eine entsprechende Ausbildung. Bei den Businessheldinnen helfe ich Gründerinnen und selbstständigen Frauen dabei, ihre Talente und Potenziale in die Welt zu bringen und ein nachhaltig erfolgreiches und authentisches Online-Business aufzubauen. Und der Blog „happy visions“? Ist mittlerweile richtig groß geworden und wurde um ein paar nachhaltig produzierte und toll gestaltete Produkte erweitert.

Was willst Du noch machen? Was willst Du noch sehen?
Was willst Du bewegen? Wohin willst Du gehen?
Wofür bist Du dankbar? Was hast Du schon erreicht?
Fiel Dir das schwer, oder kannst Du noch viel mehr, vielleicht?
Kannst Du am Ende sagen, das war ein schönes Leben?
Ich hab genug bekommen und alles gegeben?
Doch bis es soweit ist, werde ich nicht länger warten
Ab heute folgen Taten
Ich schieb nichts mehr auf meine Bucketlist
Ich leg jetzt los bevor alles im Eimer ist
Am Ende blick ich froh auf mein Leben zurück
Will alles nochmal genauso, jeden einzelnen Schritt
Enno Bunger „Bucket List“, → Zum Anhören

Und sonst so

Natürlich bin ich auch außerhalb des Berufslebens des Öfteren gescheitert. Ich brauchte sechs Anläufe in einem Zeitraum von acht Jahren, um endlich von Zigaretten loszukommen. Ich wollte mit verschiedenen Diäten eine Modelfigur erreichen und stellte fest, dass mir ein genussvolles Leben viel wichtiger ist, als superschlank zu sein. Ich war viele Male unglücklich verliebt und hoffte auf ein Wunder, das natürlich nicht eintraf – zum Glück, denn die jeweiligen “Traumprinzen“ hätten gar nicht zu mir gepasst!

Mein Fazit ist: Wenn ich das Verlangen danach habe, etwas zu tun oder auszuprobieren, dann mache ich es auch. Es fühlt sich dann entweder gut an oder nicht und daraus kann ich meine Schlüsse ziehen. Das ist mir tausend Mal lieber, als wenn ich jahrelang darüber nachgrüble, ob ich Sache X denn nun doch mal versuchen sollte oder es mir besser ergangen wäre, wenn ich Sache Y gemacht hätte.

ALLES was du tust, ist richtig!

Jede Entscheidung bringt dich auf dem Weg zu dir selbst weiter, egal ob sie sich als „richtig“ oder „falsch“ entpuppt (meiner Meinung nach gibt es jedoch keine falschen Entscheidungen). Erst wenn du etwas ausprobiert hast, weißt du ob diese Sache zu dir und deinem Leben passt oder eben nicht.

Wie ist deine Meinung zum Scheitern?

Der Potenzialfinder: Erkenne deine Superkräfte - Leseprobe

Erfolgreiches Onlinebusiness mit passivem Einkommen aufbauen

0 kommentieren

You may also like

Kommentar schreiben