Gründen als Mama: Interview mit Sarah vom Leseförderprogramm librileo

von Julia
Gründen als Mama: Interview mit Sarah vom Leseförderprogramm librileo

Librileo Gemeinnützig ist ein Leseförderprogramm, welches Ende 2014 von Sarah und ihrem Freund Julius in Berlin gegründet wurde. Mit ihrem Projekt wollen Sie die Lese- und Lernkompetenz von Kindern fördern. Im Interview spricht Sarah über die Gründungsphase, Vereinbarkeit von Familie und Selbstständigkeit und gelernte Lektionen. Viel Freude beim Lesen!

Mehr zu diesem Thema erfährst du übrigens in meinem Buch Mompreneurs: Selbstständig mit Kind.

Liebe Sarah, erzähl uns doch kurz was über dich: Wo und wie lebst du und wie sieht dein Alltag aus?

Ich bin Mama von drei Kindern und lebe in Berlin Charlottenburg. Neben dem verrückten Familienalltag mit drei kleinen Kindern habe ich auch einen spannenden Arbeitsalltag.

Du hast gemeinsam mit deinem Partner Julius das Leseförderprogramm „Librileo gemeinnützig“ gegründet. Wie lange gibt es euer Unternehmen jetzt schon und wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Wir hatten Librileo bereits Ende 2013 als Start-up gegründet und Bücherboxen verkauft. Unser Wunsch, das Angebot Familien anzubieten, die weniger Geld haben, wurde immer größer und wir haben uns dann Anfang 2015 entschieden, dass wir unseren Traum wirklich wahr werden lassen wollen. Vor 4,5 Jahren haben wir Librileo als gemeinnützige Organisation gegründet. Wir haben uns zum Ziel gemacht, Familien in schwierigen Lebenslagen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Dafür haben wir Bücherboxen entwickelt, die auf das Alter der Kinder abgestimmt sind. Die Boxen erhalten immer ein Kinderbuch, einen Ratgeber und ein kleines Spiel. Zusätzlich haben wir ein Lesenetzwerk aufgebaut. Familien können also auch zu Lesestunden gehen. Diese werden von unseren Leser*innen veranstaltet.

Gestartet seid ihr als normale UG und wurdet dann relativ schnell eine gemeinnützige UG, wodurch sich auch der Firmenname von „Librileo“ zu „Librileo gemeinnützig“ geändert hat. Wie kam es dazu?

Der Wunsch etwas für ALLE Familien zu tun, war schon immer da. Nur als Start-up muss man eben schnell Geld verdienen und das Produkt verkaufen. Wir wollten aber, dass Familien, die wir nicht so einfach erreichen können, auch mit ihren Kindern lesen und tolle Bücher nach Hause bekommen. Wir haben dann eine gemeinnützige Organisation gegründet, unser Angebot noch einmal angepasst und werden seit 2016 von einer Stiftung gefördert.

Wie hat sich Librileo seit dem Start entwickelt? Könnt ihr davon leben?

Wir sind mit einem ganz kleinen Team gestartet. Wir haben alles selber gemacht und konnten eigentlich auch nicht so richtig von dem Geld, dass wir verdient haben, leben. Librileo ist eine richtige Herzensangelegenheit. Inzwischen haben wir ein 20-köpfiges Team in Berlin und deutschlandweit weitere 40 Mitarbeiter*innen.

Leseförderprogramm librileo

Leseförderprogramm librileo

Habt ihr vor der Gründung eine Marktanalyse gemacht oder einfach aus dem Herzen heraus gegründet?

Wir haben eine Marktanalyse gemacht, um das Gefühl aus dem Herzen heraus mit tatsächlichen Zahlen zu bekräftigen. Wir haben für unsere Stiftung auch einen ausführlichen Bericht nach dem Social Reporting Standard (SRS) erstellt.

Nach welchen Kriterien wählt ihr die Bücher für eure Bücherboxen aus?

Wir suchen nach Kinderbüchern, die für eine bestimmte Altersgruppe und ein bestimmtes Thema passen. Zum Beispiel zum Thema Aufs-Töpfchen-gehen für Einjährige oder zum Thema Wut für Dreijährige. Zusätzlich achten wir darauf, dass die Illustrationen schön sind und die Bücher auch für Familien passen, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen.

Arbeitet ihr von zuhause aus oder gibt es ein Büro?

In den letzten drei Jahren hatten wir unser Büro mit in unserer Wohnung integriert. Inzwischen haben wir aber ein neues, größeres Büro bezogen. Jetzt haben wir genug Platz für alle.

„Vergiss nicht Spaß zu haben, denn der Weg wird (wahrscheinlich) hart genug. Wenn du gründen möchtest und wirklich Lust darauf hast, dann los.“

Welche weiteren Angebote gibt es bei euch noch, außer den Bücherboxen und den Lesestunden?

Neben den Bücherboxen und den Lesestunden haben wir zwei Löwenladen. Der Löwenladen ist ein Wohlfühlort für Familien. Es finden dort von Montag bis Freitag tolle Mitmach-Angebote statt. Eltern mit Kindern im Alter von 0 – 6 Jahren sind jederzeit willkommen. Sie können sich unterhalten, gemeinsam spielen und sich bei Bedarf auch zu verschiedenen Themen beraten lassen.

Wie organisiert ihr euren Familienalltag mit drei Kindern? Wie ist die Betreuung geregelt?

Das wechselt bei uns ziemlich oft. Wir versuchen immer die besten Lösung für die jeweils erforderliche Situation zu kreieren. Momentan ist es für uns beide wichtig, jeden Nachmittag die Zeit gemeinsam mit den Kindern zu verbringen. Tagsüber gehen die Kinder in die Kita und Ganztagsschule.

Im Vorlesebus wird Kindern vorgelesen.

Was sind die wichtigsten Learnings für dich aus den vergangenen Jahren bei Librileo?

Puhh… wir haben so viel gelernt und so viel falsch gemacht… Mein wichtigstes Learning aktuell ist, dass es wichtig ist, Aufgaben in Zeitboxen zu packen und sich dann auch daran zu halten. So kommt man wirklich mit den wichtigen Dingen voran und weiß am Ende des Tages was man getan hat. Ein weiteres Learning für mich ist, dass man die Firma vertritt und nicht sich selbst und deshalb auch unangenehme Entscheidungen treffen muss.

Was bedeutet „erfüllende Arbeit“ für dich? Fühlst du dich in deiner Tätigkeit bei Librileo erfüllt?

Ja, meine Tätigkeit erfüllt mich sehr. Ich kann meine Zeit frei einteilen und ich mache viele Aufgaben, die mir Freude bereiten und das Ganze auch noch mit dem Sinn, dass alle Kinder Zugang zu Kinderbüchern erhalten sollen.

Welche Tipps würdest du angehenden Gründer*innen mit auf den Weg geben?

Vergiss nicht Spaß zu haben, denn der Weg wird (wahrscheinlich) hart genug. Wenn du gründen möchtest und wirklich Lust darauf hast, dann los.


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