Erfolgreiches Business im Bereich Ernährung & Wohlbefinden – Interview mit Jasmin Jess

von Julia
Erfolgreiches Business im Bereich Ernährung & Wohlbefinden - Interview mit Jasmin Jess

Heute spreche ich mit Jasmin Jeß, die mit ihrer Schwester Josephine ein Online-Business rund um Ernährung und Wohlbefinden gegründet hat. Bei „Prana Up Your Life“ geht es um intuitive ayurvedische Ernährung, Yoga und ein gesunden Leben.

Im Interview erfährst du:

  • Wie Jasmin & Josephine ihr Business Schritt für Schritt aufgebaut haben
  • Wie wichtig Authentizität, Intuition und Verletzlichkeit im Business sind
  • Wie sich ihr Angebot ganz natürlich erweitert hat
  • Über welche Kanäle sie ihre Reichweite besonders effektiv gesteigert haben
  • Wie es ist, gemeinsam als Schwestern ein Business zu führen
  • Und vieles mehr

Hallo Jasmin, schön dass du heute dabei bist! Ihr habt ja ein rasantes Wachstum hingelegt in den letzten Monaten – Wahnsinn!

Jasmin: Hallo Julia! Ich freue mich besonders, hier zu sein und nicht nur inhaltlich über unsere Themen zu sprechen, sondern über das was wir so kreiert haben in den letzten zwei Jahren. Meine Schwester Josephine und ich haben „Prana Up Your Life“ vor etwas mehr als zwei Jahren gegründet. Wir kommen aus Hamburg und wohnen auch noch hier. Unser größtes Ziel ist es, mehr „Prana“ in die Welt zu bringen – das kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „Lebensenergie“. Wir benutzen Tools dafür, die zu einem ganzheitlichen Lebensstil beitragen – also sowas wie Ayurveda, Achtsamkeit und Mindful Eating.

Lass uns nochmal kurz zum Anfang zurückspulen. Wie kamt ihr auf die Idee, „Prana Up Your Life“ zu gründen? Hattet ihr beide die Idee oder ging die Intiative von einem von beiden aus?

Jasmin: Gute Frage! Ich komme ursprünglich aus dem klassischen BWL-Bereich, habe das im Bachelor und Master berufsbegleitend studiert und in einem Maschinenbau-Unternehmen gearbeitet fast vier Jahre lang – also was ganz anderes (lacht). Da hab ich auch gedacht: Das ist mein Karriereweg. Aber dann hatte ich körperliche Themen und bin sehr stark auf Stress angesprungen, in der Zeit wo ich dann meine Masterarbeit neben dem Vollzeitjob geschrieben habe. Dann habe ich langsam angefangen, mich mit dem Thema Ernährung zu beschäftigen. Mir war zum Teil wochenlang übel, ich hatte Verdauungsbeschwerden und das erste was ich dachte war: Das muss irgendwas mit dem Essen zu tun haben. Unsere Eltern haben vor etwa fünf Jahren eine Ayurveda-Kur auf Sri Lanka gemacht und sind dann wieder gekommen. Kurz dazu: Unser Papa ist ein sehr rationaler Businessmann. Er war völlig fasziniert und hat superviel mitgenommen, sich ein ayurvedisches Kochbuch gekauft und das habe ich dann gelesen. Dann habe ich angefangen, einfach nur so ein paar Kleinigkeiten anzupassen, zum Beispiel morgens warm zu frühstücken. Das hat so viel bei mir gemacht, auch bei der Arbeit. Ich hatte nicht direkt um 10 Uhr Hunger und wäre fast unter den Tisch gefallen und konnte mich immer besser konzentrieren. So langsam ging es mir immer besser. Parallel hab ich mich mit Josephine eigentlich immer schon viel ausgetauscht. Wir sind als Schwestern immer viel zusammen gewesen. Sie hat Wirtschaftspsychologie studiert in dieser Zeit und hat sich viel mit Achtsamkeit beschäftigt. Wir beide haben schon lange Yoga gemacht und so kam es, dass wir irgendwann gesagt haben: Ehrlich gesagt gibt es nicht so wirklich was da draußen, was alles kombiniert. Und wo es auch mal etwas witziger und undogmatischer rübergebracht wird. Modern interpretiert wird. Vor allem für Menschen, die einen stressigen Arbeitsalltag haben, die vielleicht ambitioniert sind und große Ziele haben in ihrem Leben – so wie ich das ja damals auch im klassischen Sinne hatte. Ich habe es ja auch auf die Reihe bekommen, das umzusetzen in diesem Alltag. Es passte dann aber auch für mich nicht mehr so ganz in dem Job – mir wurden ein paar Steine in den Weg gelegt (lacht) und dann hab ich zu Josephine gesagt: „Ich habe wirklich das Gefühl, dass das etwas ist, was ich gern weitergeben möchte.“ Und dann kam sie so: „Ja, warum eigentlich nicht?“. Und dann haben wir ein Brainstorming gemacht – das war im Sommer 2016 – und dieser Begriff „Prana“ ist uns so ein bisschen zugeflogen. Wir fanden es einfach so genial, weil es alles beinhaltet – diese Ur-Lebensenergie, die wir ja eigentlich alle wollen und brauchen. Es geht um jeden persönlich, deswegen haben wir „Your Life“ noch mit reingenommen. Und auf Englisch, weil wir vielleicht irgendwann noch mehr expandieren (lacht).

Seid ihr mit der Absicht gestartet, ein großes Business aufzuziehen? Also nicht als Test, sondern schon so gedacht, dass ihr beide davon leben könnt?

Jasmin Jess von "Prana Up Your Life"

Jasmin Jess von „Prana Up Your Life“

Jasmin: Also der Traum war das schon. Ich glaube ich hab mich nur so unterbewusst getraut, auch wirklich daran zu glauben. Es war eher so „Wir versuchen das jetzt einfach mal“. Für mich war es eh eine Umbruchszeit, ich hätte mir was Neues sonst gesucht. Josephine hat gerade ihre Masterarbeit geschrieben und war eigentlich auch in einem Umbruch. Und dann haben wir gesagt: Wir haben ja eigentlich gerade nicht wirklich was zu verlieren. Dann habe ich Gründungszuschuss beantragt und bin aus meinem Job rausgegangen. Es war so ein Gefühl von: „Es wär schön, wenn das was wird“. Und was ich immer wieder faszinierend finde: In dem Moment, wo du dich entscheidest und diesen Schritt machst und da raus gehst und sagst „Ich versuch das jetzt!“- es sind so viele Dinge auf uns zu gekommen, die uns dann auf diesem Weg geholfen haben. Bis dahin wo wir jetzt gerade stehen und sicherlich auch dort hin, wo es noch hin geht – es ist ja noch lange nicht vorbei.

Womit genau seid ihr gestartet? Gab es erstmal nur die Webseite und einen Blog oder hattet ihr gleich ein Angebot?

Jasmin: Also als allererstes gab es schon unser Instagram-Profil. Damit sind wir gestartet, weil wir viel auf das Thema Essen mit Bildern gegangen sind. Ich bin Hobby-Fotografin, was natürlich von Vorteil ist wenn man so etwas machen möchte. Dann haben wir relativ schnell angefangen durch diese Instagram-Community auch auf Facebook zu gehen und haben den Podcast relativ schnell gestartet. Schon nach 2-3 Monaten. Und das war tatsächlich ein Freund und mittlerweile Businesspartner von uns, der uns beim Thema Onlinemarketing und Vertrieb unterstützt, der dann gesagt hat: „Mädels, ihr macht jetzt einen Podcast!“. Und wir so „Neiiiiiin! Wir haben noch gar nicht genug Wissen!“ Aber er hat gesagt: „Nein, ihr macht jetzt einfach mal sechs Folgen. Die bringen wir dann in einem Stück raus und danach macht ihr das regelmäßig. Wir gucken mal, wie das läuft“. Und das lief von Anfang an wahnsinnig gut. Von da an ging es steil nach oben.

Hattet ihr damals schon ein richtiges Angebot?

Jasmin: Wir haben ein paar Dinge angedacht und ein bisschen getestet. Unser Ziel war es, ein Coachingprogramm aufzusetzen und wir haben das erstmal mit einem Gruppencoaching gemacht. Ich glaube das waren so 4-5 Leute. Wir haben einfach in dem Moment Materialien erstellt, also nichts vorproduziert. Das hat auch sehr gut funktioniert, auch mit Live Calls schon. Daraus entstand dann unser erstes Coachingprogramm, das „Prana Up Coaching“, das wir gleich mal auf 12 Monate angesetzt haben. Ich glaube das war unser erstes Format.

Was habt ihr gemacht, um erst mal bekannt zu werden – außerhalb dieses Podcasts? Oder ging das alles über den Podcast relativ schnell?

Jasmin: Das ging relativ schnell über den Podcast. Dann haben wir diese geschlossene Facebook-Community aufgebaut – da auch immer wieder Interaktionen und Aktionen gemacht. Immer auch in Zusammenhang mit dem Podcast. Auch über Instagram ging es relativ schnell. Und auch in dieser Hamburger Community, also der Offlinewelt, in dieser Yoga-Bubble – waren wir ja relativ speziell mit unserem Thema. Wir haben aber auch Offline Koch-Workshops gemacht gleich am Anfang. Da haben die Leute so viel von mitgenommen, das war der Wahnsinn! Mit einigen, die damals vor 2 Jahren bei uns waren, sind wir immer noch in Kontakt. So hat sich das glaube ich alles so ein bisschen gegenseitig beeinflusst.

Konntet ihr zu diesem Zeitpunkt schon davon leben oder war es eher ein kleines Zubrot?

Jasmin: Das hat uns tatsächlich so über das erste Jahr gut unterstützt. Ich hatte ja einen Gründungszuschuss und Josephine war noch im Studium. So konnten wir auf jeden Fall unsere Kosten decken und auch investieren, was man ja schon tun muss. Wir haben ja gerade am Anfang sehr viel kostenlos rausgegeben – tun wir ja auch immer noch. Gerade in unserem Bereich ist das ja immer noch ein Thema, dass wenige Menschen Geld in die Hand nehmen, um in sich selbst zu investieren. Was sehr schade ist. Was wir Beide aber auch absolut nachvollziehen können, weil wir oft selber an diesem Punkt standen. Mittlerweile fällt es mir superleicht, in mich selbst und meine Weiterentwicklung zu investieren. Denn das Business steht und fällt mit der eigenen Weiterentwicklung. Aber auch sein ganzes Leben, was auch immer man erreichen möchte. Da dürfen wir glaube ich noch sehr viel Aufklärungsarbeit machen und die Leute dazu ermutigen, dass sie in sich selbst investieren. Gerade am Anfang ist es mir auch nicht leicht gefallen, für unsere Leistung überhaupt Geld zu nehmen. Wenn man da selber strugglet, wird einem das ja gerne auch gespiegelt (lacht). Ich bin froh, dass wir Unterstützung hatten – gerade in der ersten Zeit. Sei es auch von unseren Eltern oder vom Staat. Und jetzt ist es so, dass wir immer wieder daran arbeiten, dass es gut funktioniert. Denn wenn man wächst braucht man auch Unterstützung zu wachsen. Wir haben jetzt unser erstes Teammitglied bzw. eigentlich das zweite und eine Dritte steht schon bevor. Dann sind natürlich die Ausgaben plötzlich wieder größer und das muss irgendwie reinkommen. Es ist immer wieder ein Werden, so würde ich es nennen.

Der Potenzialfinder: Erkenne deine Superkräfte - Leseprobe

Also ihr hattet am Anfang nur das Coachingprogramm. Wenn ich jetzt auf die Seite gucke, sehe ich da ein Buch, ein Retreat, der Kochclub – da ist ja total viel dazu gekommen in kurzer Zeit. Was ist passiert, dass das alles so schnell kam?

Jasmin: Manchmal sind wir sehr schnell, wenn wir eine gute Idee haben (lacht). Ein halbes Jahr nach dem Coachingprogramm ist der Cooking-Club dazu gekommen – der erste Kochclub für Ayurveda und Achtsamkeit. Den haben wir jetzt seit etwa einem Jahr. Dann haben wir unser Coachingprogramm umgemodelt in die Joy Food Journey. Das Buch kam dann parallel dazu, auch ein bisschen zu uns geflogen. Es ist ja oft so: Man macht die Arbeit vorher und das kommt dann erst später raus. Das bekommt nur keiner mit, dass man vorinvestiert hat. So ist alles zusammen gekommen. Dann kam diese Idee mit der begleiteten Ayurveda-Kur auf. Wir haben das auch erstmal getestet mit zwei Gruppen aus Freunden und Coaches, die wir begleitet haben. Und jetzt im Mai haben wir die erste offizielle Reise gemacht. Das ist so gut angekommen, dass wir sofort jetzt im September die nächste Kur anbieten und im April nächsten Jahres auch wieder. So scheint es vielleicht von außen so, als ob mir auf einmal fünf Produkte gelauncht hätten – aber ehrlich gesagt, und das meine ich auch mit dem Investieren – ist da eine große Investitionszeit vorausgegangen.

Jasmin & Josephine kaufen gern frisch & regional ein

Jasmin & Josephine kaufen gern frisch & regional ein

Ihr seid ja auch zu Zweit, ich glaube das muss man auch nochmal sehen. Jemand der das alleine macht, schafft natürlich nicht so viel in so kurzer Zeit. Ich glaube das spielt euch schon zu, das ihr das aufteilen könnt.

Jasmin: Ja. Obwohl wir das auch immer wieder lernen dürfen, es tatsächlich aufzuteilen. Im ersten Jahr haben wir gefühlt jede Email und alles besprochen und zusammen gemacht. Mittlerweile teilen wir sehr stark auf. Das müssen wir auch tun, sonst kriegen wir das gar nicht alles unter einen Hut.

Wie teilt ihr das denn auf, also wer macht was?

Jasmin: Josephine ist eher für den Social Media Bereich und das Texten zuständig, was ja oft zusammenhängt. Sie hat auch das Buch hauptsächlich geschrieben. Ich mache oft die Bilder – also das ganze Visuelle drumherum. Den Podcast machen wir eigentlich immer noch zusammen. Die Hauptverantwortung der Ayurveda-Kur habe ich zum Beispiel gerade und so versuchen wir das aufzuteilen.

Wie ist das für euch als Schwestern zusammenzuarbeiten? Gibt es da manchmal Herausforderungen oder würdest du sagen dass es meistens gut läuft?

Jasmin: Ich würde tatsächlich sagen – das klingt echt cheesy – aber: Es ist immer toll! Weil wir so ein wahnsinniges Vertrauensverhältnis haben und das ist so bedingungslos – in alle Richtungen. Wir schicken uns beide das Vertrauen zu, wir können sehr offen miteinander sein und ich kann auch ganz offen sagen: „So funktioniert es nicht“. Oder ich sage auch ehrlich, wenn ich merke: „Irgendwie hast du schlechte Laune. Wir kommen nicht voran, bevor wir das nicht geklärt haben.“ Und das ist auch schön, weil bei uns immer das Private vorangestellt wird, wenn es eine kritische Situation ist. Unsere Mama hat immer gesagt: „Störungen haben Vorrang“. Klar, es stehen große Projekte an und wie tragen große Verantwortung – aber wenn es dem Einen nicht gut geht, dann finde ich es wichtig, das zu klären. Das kann ja auch nur zwei Minuten sein, so wie „Das ist jetzt gerade mein Thema, ich weiß das ist gerade doof. Aber ich muss das jetzt mal aussprechen. So und jetzt können wir weitermachen!“

Habt ihr eigentlich schon Familie?

Jasmin: Ich habe einen Partner, Josephine momentan nicht. Ich bin jetzt 30, also natürlich ist das schon ein Thema und es wird auch sicherlich demnächst etwas in die Richtung passieren, dass jemand von uns eine Familie gründet. Allerdings ist unser „Baby“ momentan unser Projekt. Ich merke innerlich: Ich wäre bereit, aber ich glaube, unser Baby muss noch ein bisschen stabiler werden und auch ein Team da sein, wo ich dann auch ein bisschen was abgeben kann. Alles zu seiner Zeit.

Obwohl das manchmal ja auch ungeplant passiert (lacht).

Jasmin: Genau, who knows? Und dann regelt man das sicherlich auch. Das ist schön, weil ich weiß, dass wir das alles schaffen können zusammen. Ich werde auch tatsächlich zum ersten Mal seit dem wir unser Business gegründet haben mit meinem Freund in den Urlaub fahren über Weihnachten und Silvester. Das ist tatsächlich schon ein großer Schritt für uns.

Irgendwann wird das ganze ja auch ein Selbstläufer, wenn ihr ein festes Team habt usw.

Jasmin: Mit der lieben Natalie, die jetzt seit 2 Monaten dabei ist, läuft das alles schon super. Meine Lebensvision ist es auch, dass es ist nicht das Entweder-Oder ist – sondern dass ich Familie und Selbstverwirklichung meines beruflichen Traums zusammen bringen kann. Ich glaube fest daran, dass das machbar ist.

Das ist ja etwas was vielen schwer fällt: All diese Rollen zu vereinbaren, so dass nichts zu kurz kommt. Bei euch klingt das ja alles sehr entspannt – aber das ist ja auch genau euer Thema.

Jasmin: Das ist das schöne, denn wir haben die Tools an der Hand. Ich weiß was ich tun muss, wenn es mal alles zu viel ist. Dadurch, dass sich viel schon etabliert hat bei uns selber – gerade bei dem Thema Ernährung – ist das etwas was mir wahnsinnig viel Kraft gibt, um auch in stressigen Phasen Dinge umzusetzen. Das ist auch unser Credo. Wir sehen ja nicht alles so streng, aber ein paar Dinge sollte man schon umsetzen, weil sie einem ja auch helfen. Ich finde das so wichtig: Practice what you preach. Ich stelle mich niemals hin und erzähle: „Ich mache alle ayurvedischen Routinen, die man so machen kann“, denn das stimmt nicht. Aber ich sage, dass ich in Phasen wo es stressig ist bestimmte Routinen wieder anfangen darf und das gebe ich auch all unseren Coachees mit. Dass sie ihren eigenen Weg finden und vor allen Dingen sich nicht so stressen sollen. Denn wenn ich mich darüber schon stresse, kommt das ja noch on top auf all die anderen Stressoren die ich habe. Es soll ja eher den Stress verringern – also dass ich so stabil in mir selbst bin, dass ich die anderen Sachen noch gut auf die Reihe kriege.

Ich finde es gut, dass du das angesprochen hast. Wie schätzt du den Faktor Authentizität vor allem im Onlinebusiness ein?

Jasmin: SO wichtig! Ich würde fast sagen, das ist die Nummer 1. Ich glaube, dass wir auch genau deshalb so schnell gewachsen sind. Wir sind sehr authentisch und offen mit allem was wir machen. Auch wenn es bei Instagram manchmal supertoll aussieht. Ich lege Wert auf Design und Schönheit, also dass es schön aussehen darf. Aber vor allem in unserem Podcast sind wie so absolut ehrlich und geben nur Tipps weiter, die wir tatsächlich auch so meinen. Dort zeigen wir uns auch verletzlich und sagen offen, wenn wir in einem Bereich selber nicht so viel Erfahrung haben. Weil das ja auch unser Thema ist: Immer wieder ehrlich mit sich selbst zu sein. Denn nur so findet man ja zu seiner eigenen Intuition. Und genauso sollte man auch nach außen sein. Es wird uns auch oft gesagt, gerade von Leuten die uns online verfolgen und uns dann mal offline treffen und mich dann völlig entgeistert angucken: „Wow, du bist ja wirklich so!“ (lacht) Und ich so: „Ja wie denn sonst?!“ (lacht) Aber ich finde es auch wieder schade, denn ich höre auch immer wieder dass es im Onlinebusiness auch sehr viel Schein ist.

Ist es dir jemals schwer gefallen, dich online verletzlich zu zeigen?

Jasmin: Immer und immer wieder. Es fällt mir immer leichter. Im Podcast ist es ja tatsächlich manchmal einfacher, weil man da ja nur mit seinem Mikro. Ich geben ja auch regelmäßig Lives in unserer geschlossenen Joy Food Community und hab da zum Beispiel vor 2-3 Wochen so ein eigenes Thema mit reingenommen, weil ich daran geglaubt habe, dass es auch die anderen ermutigen wird. Das war das Thema Money Mindset. Ich arbeite da gerade persönlich sehr viel dran und habe sehr ehrlich darüber gesprochen und auch offen gesagt, dass mein Kontostand tatsächlich gerade nicht sehr rosig aussieht, weil wir uns nicht viel auszahlen können. Noch nicht. Das ist nicht immer einfach auszusprechen. Auch Weiblichkeit ist immer so ein Thema, da muss man sich ja auch verletzlich zeigen. Aber da merke ich, das ist irgendwie meine Aufgabe – dadurch das wir so ganzheitlich arbeiten kann ich eigentlich über alles sprechen. Und ich merke gerade beim Thema Weiblichkeit, dass da so ein großes Potenzial ist und darüber zu sprechen fällt mir immer leichter.

Ich glaube genau in diesem Bereich passiert auch gerade extrem viel. Dass wir Frauen nach und nach erwachen. Habt ihr eigentlich auch Männer in eurer Community?

Jasmin: Gute Frage (lacht). Die Kunden sind tatsächlich eher Frauen. Im Social Media Bereich haben wir auch viele männliche Follower. Ich glaube, dass die so im Hintergrund sehr viel aufsaugen und das auch interessant finden. Ich weiß auch aus unserem Freundeskreis, dass viele Männer eher so indirekt fragen und interessiert sind (lacht). Aber keiner da will wirklich weiter gehen oder sich offenbaren und auch Geld in die Hand nehmen. Wir haben auch für uns festgestellt, dass in unserer geschlossenen Community, die sehr offen ist und die Frauen sich auch verletzlich zeigen eine männliche Energie vielleicht auch schwierig wäre.

Verfolgt ihr eigentlich eine Art Businessstrategie oder macht ihr das eher intuitiv?

Jasmin: Beides, würde ich sagen. Wir haben immer wieder Punkte, wo wir uns hinsetzen und strategisch bzw. „rational“ einen Plan aufstellen und dann immer wieder intuitiv anpassen. Es bringt nichts, ein Angebot mit Druck zu den Leuten zu bringen, das kommt nicht an. Du merkst dann: Es gibt keine Buchungen, keine Rückfragen. Und dann nehmen wir sowas auch an und machen es wieder anders. Oder wir kommunizieren es nur anders. Man muss sein Produkt nicht unbedingt neu machen, nur weil irgendwas irgendwem noch nicht gepasst hat. Wir haben so viele gute Erfahrungen gemacht zu so vielen verschiedenen Themen, wie Menschen z.B. die Joy Food Journey geholfen hat, dass wir einfach schauen: Wie kann man die Leute richtig ansprechen? Klar guck ich mittlerweile mehr auf die Zahlen. Ich habe aber tatsächlich auch bis jetzt dafür gebraucht, wirklich auch hard facts mir anzuschauen. Wir haben zwar eine GmbH, also wir sind da auch gut aufgestellt – das liegt vielleicht auch daran, dass unser Papa Rechtsanwalt, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ist – das hilft! Auch da: Danke ans Universum! (lacht) Aber weil es uns gegeben ist, habe ich es vielleicht auch als zu gegeben hingenommen und bin jetzt an einem Punkt, wo ich wirklich extrem drauf schaue und überlege: Wie können unsere Zahlen noch besser werden? Denn am Ende ist es ja so: Wir wollen unsere Vision noch größer machen und noch mehr Menschen erreichen und helfen. Wenn ich keine Ahnung habe von meinen Zahlen, dann kann ich nicht davon leben und dann kann ich es auch nicht weitergeben.

Ist es so, dass euer Papa euch da also tatkräftig unterstützt mit der Buchhaltung und allem Drum und Dran?

Jasmin: Ja, also eine Mitarbeiterin von ihm. Auch strategisch und das ist schön, weil er ja auch ein paar Berührungspunkte mit dem Thema hat und er hilft uns einfach, wo wir ausbauen könnten oder Bereiche zu sehen, die nicht so gut funktionieren. Das ist schön, aber auch manchmal nicht einfach, weil wir ja eine enge Beziehung haben und ich möchte natürlich am liebsten sagen: „Hey Papa, es funktioniert hervorragend!“ (lacht).

Nochmal kurz zur Intuition. Was ist denn, wenn auf deinem Plan steht, dass du Social Media Posts machen musst – aber du hast überhaupt keine Lust? Wir handhabt ihr das dann? Seid ihr dann wirklich authentisch und sagt offen, dass es momentan nicht geht?

Jasmin: Wir hatten so einen Fall tatsächlich als wir auf Sri Lanka waren und die erste Ayurveda-Kur begleitet haben. Wir Spezis haben die Kur selber mitgemacht und das macht einiges mit einem. Wir beide haben diese Gruppe begleitet, selber körperlich und mental Transformationen durchgemacht und es fehlte noch ein Podcast. Wir waren wirklich nicht in der Lage, diesen Podcast zu aufzunehmen. Das war das erste Mal in zwei Jahren, das wir gesagt haben: „Es bringt nichts, wir wollen nichts Halbgares machen, sondern es wird diese Woche keine Folge geben.“ Und wir haben auch gesagt: Wenn die Leute weg sind brauchen wir 5 Tage Pause, wir müssen mal 5 Tage offline sein. Das haben wir auch so kommuniziert. Und was ist? Nichts passiert!

Ich glaube man malt sich das immer total schlimm aus, während es für die Anderen wahrscheinlich total OK ist. Wie sind denn eure Pläne für die Zukunft?

Jasmin: Wir kommen back to the roots und planen eine Workshop-Tour durch Deutschland. Wir starten schon im November voraussichtlich. Wir wollen wieder näher ran. Da geht es vor allem um die Umsetzung der Themen, auch im Zusammenhang mit unserem Buch.

Vielen Dank, liebe Jasmin. Und ganz viel Spaß und Erfolg auf eurer Workshop-Tour!

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