Was ist eigentlich Erfüllung und wie kann man sie finden?

von Julia
Was ist eigentlich Erfüllung und wie kann man sie finden?

„Ich möchte ein erfülltes Leben führen – in meiner beruflichen Tätigkeit und natürlich auch darüber hinaus!“ – diesen Satz habe ich so oft selbst gedacht und auch in meinen Coachings fallen diese Worte nicht selten. Kennst du das auch? Tief im Herzen sehen wir uns nach etwas, das uns das Gefühl von Sinnhaftigkeit gibt. Diese Sache, zu der wir „bestimmt“ sind und bei der wir unser volles Potenzial leben können.

Der Begriff „Erfüllung“ klingt so groß und mächtig, fast wie eine Erleuchtung – etwas Magisches haftet diesem Wort an. Das gilt auch für die Worte „Berufung“ und „Gabe“. Mittlerweile werden diese Wörter beinahe inflationär gebraucht. Was per se erstmal nichts Negatives ist – denn natürlich ist es wichtig, groß zu träumen und eine Tätigkeit bzw. eine Lebensweise zu finden, die für einen selbst sinnvoll ist. Da gehe ich vollkommen mit. Auch mein Ziel ist es, Menschen zum Umdenken zu inspirieren und dem Lebensstil, den sie sich wünschen Schritt für Schritt näherzukommen.

Aber ich glaube, dass mittlerweile viele Menschen ein missverständliches Bild von Begriffen wie „Erfüllung“, „Berufung“ und „Gabe“ haben. Eben weil diese Worte so groß sind. Beinahe übermächtig. Und dadurch scheinbar unerreichbar. Immer mehr Menschen verkünden in den sozialen Medien und auf ihren Blogs, nun endlich erfüllt zu sein. Lachende Gesichter am Meer oder auf einer Bergspitze. „Endlich lebe ich meinen Traum! Ich habe es geschafft und zeige dir, wie es geht!“

Natürlich ist es inspirierend, solche Vorbilder zu sehen. Zu realisieren, dass es wirklich möglich ist, dass immer mehr Menschen ins Tun kommen und ihre Träume verwirklichen. Doch ich glaube, ein so einfaches Wort wie „Erfüllung“ wird dadurch auf ein Podest gestellt. Als wäre es magisch, etwas ganz besonderes, was man jahrelang suchen muss. Etwas, das man nur durch harte Arbeit (an sich selbst und/oder am eigenen Business) erfahren kann.

Es entsteht eine enorme Kluft zwischen denen, die „es geschafft“ haben, und denen, die auch unbedingt dort hin wollen. Der Weg scheint unendlich weit zu sein, vielleicht unüberwindbar weit. Doch ist er das wirklich?

Was bedeutet „Erfüllung“ eigentlich?

Nehmen wir das Wort mal auseinander. Er-füll-ung beinhaltet das Wort „Fülle“. Bei der Er-füll-ung geht also darum, mehr von etwas zu bekommen. Eine Sache, die uns momentan noch fehlt, um ganz voll und satt (also „erfüllt“) zu sein.

Doch wann bist du „voll“? Kannst du durch Dinge im Außen voll werden? Eine „sinnvollere“ berufliche Tätigkeit, eine lange Reise, mehr Geld, ein ortsunabhängiges Onlinebusiness, Gewichtsreduktion oder was auch immer?

Was wäre, wenn du die Fülle in dir selbst finden würdest?

Was, wenn alles bereits da ist? Dann bräuchtest du nichts mehr im Außen hinzuzufügen. Du müsstest dein Leben nicht komplett auf den Kopf stellen – sondern nur deinen Fokus verschieben. Und das klingt deutlich einfacher und machbarer als die magische, übermächtige Reise zu „wahren Berufung“, dem Finden deiner „einzigartigen Gabe“ oder der „absoluten Erfüllung“ – findest du nicht?

Das was im Außen ist kann dich niemals wirklich erfüllen. Wenn du dich auf das „voll werden“ durch deine berufliche Tätigkeit, deinen Besitz, deine Beziehungen, dein Aussehen fokussierst, bist du immer abhängig von diesen Faktoren. Bricht einer von diesen Bereichen ein, ist deine Erfüllung, dein Lebensglück beeinträchtigt – denn du bist ja scheinbar nicht mehr „in deiner Fülle“. Es fehlt wieder etwas, das von außen hereinkommen soll.

Auch in meinen Potenzial-Coachings und Büchern geht es nicht darum, etwas komplett Neues entdecken oder dazulernen zu müssen – sondern vielmehr um das Erinnern an das, was schon da ist. Das was wir einfach nur vergessen haben oder gar nicht wahrnehmen, weil es uns banal erscheint.

Wie geht es dir mit dem Gedanken, dass du bereits erfüllt bist – genauso wie du jetzt bist und mit allem, was jetzt gerade in deinem Leben ist? Kannst du diesen Gedanken annehmen? Oder spürst du Widerstand?

Ich seh‘ die Bäume wie sie geduldig den Jahreszeiten widerstehen
Und ihre kleinen Schwestern, die in den herrlichsten Farben und Formen blühen
Und ich seh‘ die Tiere sich weder Gut noch Böse dem Leben hingeben
Und alles so perfekt bis ins kleinste Detail zusammengehört
Und du willst mir erzählen du hast noch nie, nie, nie ein Wunder gesehen?

Ich seh‘ das Meer, das große Wasser aus dem alles Leben entsprang
Und ich seh‘ die Sonne, wie sie die Welt in ein Licht taucht, das niemand beschreiben kann
Und jede Nacht seh‘ ich den Mond, Millionen Sterne am Firmament
wie sie leuchten und funkeln, Dann werd‘ ich still, so still
Und du willst mir erzählen du hast noch nie, nie, nie ein Wunder gesehen

Sie verbergen sich in den einfachen Dingen
Sind gegenwärtig, alltäglich und scheinen schlicht und still
Du kannst sie nicht besitzen, doch das muss dich nicht quälen
Du kannst nur üben und üben und üben mit deinem Herz zu sehen

(Matze Rossi „Wunder“, → Zum Anhören)

Warum fällt es uns so schwer, die Fülle zu sehen?

Lass uns ein kleines Gedankenexperiment machen. Stell dir ein kleines Baby vor, das gerade geboren wurde. Es ist perfekt, so wie es ist. Alles an ihm ist richtig. Es blickt mit offenen, unschuldigen Augen in diese Welt, hat nur gute Absichten. Geht immer vom Besten, vom Positiven aus. Ist neugierig und lebenshungrig, betrachtet die Welt um sich herum mit Staunen und entdeckt Stück für Stück all die Wunder unseres Lebens. Es teilt Menschen nicht in Kategorien ein, es hat keine Angst vor Gefahren, es macht alles was es tut aus purer Freude und Energie heraus. Ein Neugeborenes ist pure Liebe, pures Licht.

Doch nach und nach verändert sich etwas. Andere Menschen tragen Erwartungen an das heranwachsende Kind heran. Reagieren vielleicht ablehnend, wenn das Kind etwas tut, was ihnen selbst gerade nicht in den Kram passt. Sind übervorsichtig und übertragen unbewusst ihre Angst. In sozialen Situation erfährt es vielleicht Mobbing, wird belächelt, ausgeschlossen oder vielleicht sogar körperlich angegriffen. In der Schule wird es für seine Leistungen bewertet und lernt so, was es (angeblich) kann oder nicht kann und dass es nur gut ist, wenn es bestimmte Aufgaben nach einem vorgefertigen Schema abarbeiten kann. So entwickelt das Kind Glaubenssätze über sich selbst – wer bzw. was es ist und wie es sich verhalten muss, um akzeptiert zu werden. Es fühlt sich nicht mehr „erfüllt“ und „ganz“ in seinem Sein – sondern erfährt eine Trennung. Dadurch entsteht ein Mangeldenken, was das genaue Gegenteil der Fülle ist. Der Mensch fühlt sich nicht mehr „gut genug“, zweifelt an sich und seinem Wert, seinem Können.

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Wie du deine „Erfüllung“ wiederfinden kannst

Spup nochmal an den Anfang deines Lebens zurück. Du bist dieses Baby. Du bist heil und erfüllt auf diese Welt gekommen. Erfahrungen und Glaubenssätze haben sich mit den Jahren über diese Wahrheit, deine Essenz, gelegt. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass alles bereits in dir ist.

Deine „Erfüllung“ ist nichts, was du im Außen suchen musst – in deiner beruflichen Tätigkeit, deinem Aussehen, deinem Besitz, deinem Lebensstil. „Erfüllung“ ist etwas, dass du bereits JETZT in dir selbst trägst und unter all den darüber liegenden Schichten wieder ausgraben kannst.

Das ist die einzige Suche, auf die du dich begeben musst.

Und wie geht das nun? Wie kann man all diese Schichten langsam abschälen, um die eigene Wahrheit wieder zu entdecken? Ich denke, der Weg ist für jeden anders und der erste Impuls muss aktiv von dir selbst ausgehen. Am Anfang steht die Entscheidung. „Ja, ich möchte jetzt anfangen, an mir zu arbeiten und gehe den ersten Schritt.“
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