Vom eigenen Blog leben können – Interview mit Isa & Julia vom Blog „Zucker & Jagdwurst“

von Julia
Vom eigenen Blog-Business leben können - Interview mit Isa & Julia vom Blog "Zucker & Jagdwurst"

Vom eigenen Blog leben können – davon träumen viele. Doch wie geht das genau? Welche Einnahmequellen gibt es und wie baut man sich einen erfolgreichen und profitablen Blog auf? Isa und Julia vom Blog „Zucker & Jagdwurst“ verraten euch im Interview ihre Tipps & Tricks. Viel Freude beim Lesen!

Hallo liebe Isa und liebe Julia! Stellt euch und euer Business doch mal kurz vor.

Wir sind Isa und Julia, leben in Berlin und haben 2016 den veganen Koch- und Backblog Zucker&Jagdwurst gegründet. Mittlerweile veröffentlichen wir nicht mehr nur Rezepte, sondern haben noch einen Podcast, 2020 unser erstes eigenes Printmagazin, den „Zucker&Jagdwurst Vegan Guide“, und 2021 unseren ersten eigenen veganen Adventskalender rausgebracht.

Was ist das Besondere an eurem Blog?

Wir wollen mit “Zucker&Jagdwurst” das Thema “vegane Ernährung” Richtung Normalität schieben – und das geht unserer Meinung nach am besten mit Rezepten, die nicht kompliziert und aufwendig sind, die nicht eine Million unbekannte Zutaten benötigen und die nicht nur aus Superfood und Salat bestehen. Stattdessen machen wir liebend gern auch klassische Gerichte wie Lasagne und sogar Rouladen. Veganes Comfort Food ist über die Jahre unser Fokus geworden.

Seit wann seid ihr selbstständig und wie habt ihr euer Business aufgebaut?

Wir haben Zucker&Jagdwurst 2016 gegründet. Als wir begonnen haben, hat Isa studiert und einen Nebenjob gehabt. Julia arbeitete in Vollzeit. Daher hatten wir die ersten drei Jahre immer erst ab 18 Uhr oder am Wochenende Zeit für den Blog. Am Anfang ist man natürlich hoch motiviert und bekommt das irgendwie schon gewuppt, aber auf Dauer wurde das einfach nicht mehr machbar. Der Blog wurde größer, immer mehr Menschen folgten uns auf Instagram und Co., immer mehr kochten unsere Rezepte nach Auf einmal bekamen wir Mails von Firmen, die mit uns zusammenarbeiten wollten. Wir hatten eine Million Ideen, aber nur Zeit für einen Bruchteil davon. Das war insgesamt also eine aufregende, aber doch sehr anstrengende Phase für uns, die wir eigentlich nur geschafft haben, weil uns die Arbeit an “Zucker&Jagdwurst” eben irgendwie erfüllt hat. Seit 2020 arbeiten wir nur noch an “Zucker&Jagdwurst“ und haben den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Das Durchhaltevermögen hat sich glücklicherweise ausgezahlt. Aufgebaut haben wir es also vor allem in Nachtschichten. Einen Business-Plan haben wir nie erstellt.

Durch welche Maßnahmen konnte euer Blog stetig wachsen?

Eigentlich sind wir, vor allem in den ersten Jahren, nicht besonders schnell gewachsen, sondern organisch. Es gab keine große Werbekampagne, mit der wir Aufmerksamkeit durch Ads oder so bekommen hätten. Wir haben ehrlich gesagt auch kein Wachstum “geplant” und forciert, sondern uns auf uns selbst und unsere Rezepte konzentriert. Wir würden also sagen, dass es tatsächlich der Inhalt, also unsere Rezepte, waren. Von Anfang an haben wir uns vorgenommen, 3 Rezepte pro Woche zu veröffentlichen – ein ziemlich ambitionierter Plan selbst jetzt noch, aber vor allem, wenn man nebenbei studiert und arbeitet. Wir hatten aber eben so viele Rezeptideen, dass wir uns einfach austoben wollten. Mit jedem neuen Rezept haben wir neue Menschen erreicht und die haben unseren veganen Marmorkuchen vielleicht zur nächsten Geburtstagsfeier mitgebracht, wurden nach dem Rezept gefragt und schon ist unser Blog ein kleines bisschen gewachsen.

“Zucker&Jagdwurst” ist für uns wie ein Spielplatz, auf dem wir uns austoben können und dann müde, aber glücklich ins Bett fallen. Für uns ist das wirklich ein großer wahr gewordener Traum.

Was ist eure Mission? Warum tut ihr was ihr tut?

Wir sind ehrlich gesagt ganz ohne Mission gestartet, weil wir nicht mal davon geträumt hätten, dass wir irgendwann mit “Zucker&Jagdwurst” unsere Miete zahlen und ein eigenes Büro haben, in dem Praktikant:innen sitzen. Es ist mittlerweile aber natürlich ein wunderbares Gefühl, wenn wir Nachrichten bekommen, in denen uns Menschen erzählen, dass ihnen der Umstieg auf die vegane Ernährung durch unsere Rezepte viel einfacher gefallen ist. Oder Nachrichten von Eltern, die uns erzählen, dass sie ein veganes Weihnachtsessen für die ganze Familie gekocht haben, weil ihre Tochter eben kein Fleisch mehr isst und sich gefreut haben, dass sie dafür Rezepte von uns gefunden haben. Es erfüllt uns selbst jeden Tag, am Blog und neuen Ideen zu arbeiten, aber so ein Feedback motiviert uns natürlich auch ungemein.

Ihr nutzt den Anbieter Steady, so dass Leser*innen euch mit einer monatlichen Spende unterstützen können. Reichen diese Spenden zum Leben oder habt ihr noch Zusatzeinkünfte mit eurem Blog? Was sind eurer Meinung nach die Vorteile von passivem Einkommen, z.b. durch Steady?

Die Einnahmen von Steady reichen nicht zum Leben, aber sind für uns ein wertvolles Standbein, das wir gerne ausbauen wollen. So machen wir uns freier von Kooperationen und Werbung. Für uns ist es ein riesiges Kompliment, wenn Leute ein Abo bei Steady abschließen und uns zeigen, dass sie unsere kreative Arbeit so sehr wertschätzen. Neben Steady finanzieren wir uns durch Kooperationen mit Firmen und unseren eigenen Shop.

Ihr habt auch einen Vegan Guide geschrieben. Habt ihr das Buch selbst herausgebracht über einen Verlag? Was waren die Vor- bzw. Nachteile?

Unser Magazin haben wir ohne Verlag herausgebraucht. Von Konzeption, Erstellung eines Zeitplans, der Produktion der Inhalte, dem kompletten Design, aber auch bis zum Verkauf und Versand der Produkte haben wir alles selber gemacht. Beim Lektorat haben uns allerdings unsere Schwestern geholfen, bei ein paar Entscheidungs-Schwierigkeiten haben wir eine kleine Umfrage unter Freund:innen gemacht und den Druck haben wir natürlich auch abgegeben. Wir hatten so alle Entscheidungen in der Hand und konnten das Magazin genau so umsetzen, wie wir es wollte und wann wir es wollten. Niemand hat uns bei irgendwas reingesprochen oder uns Deadlines gesetzt. Für uns ist das immer schon sehr wichtig gewesen, denn wenn unsere Leser*innen etwas von uns kaufen, wollen wir da auch zu 100% dahinter stehen. Allerdings ist das natürlich auch ziemlich viel Arbeit und Verantwortung. Niemand geht für uns in Vorkasse oder nimmt uns Arbeit ab. Wir würden uns aber immer wieder dafür entscheiden.

Bei euch gibt es auch einen Merchandise-Shop. Welchen Anbieter nutzt ihr dafür? Erzielt ihr damit ebenfalls passive Einnahmen?

Unser Shop läuft über Shopify, die vermutlich größte Onlineshop-Plattform, die es gibt. Wir benutzen es sehr gerne und können es empfehlen. Durch unsere eigenen Produkte, die wir im Shop verkaufen, konnten wir nach und nach immer mehr passives Einkommen generieren, was für uns ein absoluter Game Changer ist. So sind wir weniger stark abhängig von Kooperationen, was uns wieder mehr Freiheit in der redaktionellen Arbeit gibt.

Was waren eure größten Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Onlinebusiness? Wie habt ihr sie überwunden?

Bis man eine gewisse Reichweite und Leserschaft erschlossen hat, die einem auf eine Art “vertraut” und unseren Humor und die Idee hinter dem Blog verstehen, dauert es natürlich Zeit. Wir haben 2016 gestartet und konnten beide “erst” ab 2020 davon leben. Danach haben wir damit begonnen an eigenen Produkten zu arbeiten. Durch die recht große Leserschaft hat sich das dann aber auch sehr gelohnt!

Schmeißt ihr den Laden nur zu zweit oder habt ihr noch ein Team, das euch unterstützt?

Wir haben seit Winter 2020 immer eine Praktikantin mit an Board, die uns bei der täglichen Arbeit unterstützt. Inzwischen haben wir sogar noch eine Werkstudentin an Bord, sodass wir inzwischen zu viert in einem kleinen Büro in Berlin Neukölln sitzen. Die ersten vier Jahre haben wir an sich allein an “Zucker&Jagdwurst” gearbeitet, aber immer mit einem unschätzbar wertvollen Freundeskreis, die uns den Rücken gestärkt haben. Sei es Mitbewohnerinnen, die uns beim Abwasch während Shoots geholfen haben oder Freund:innen, die mit uns Magazine und Shirts verpackt und zur Post gebracht haben. Das wissen wir wirklich zu schätzen.

Was würdet ihr tun, wenn ihr genug Geld zum Leben hättet und nicht mehr arbeiten müsstet?

Ziemlich wahrscheinlich würden wir trotzdem an “Zucker&Jagdwurst” arbeiten. Unsere Arbeit macht uns ziemlich viel Spaß, weshalb wir gar nicht darauf verzichten wollen. “Zucker&Jagdwurst” ist für uns wie ein Spielplatz, auf dem wir uns austoben können und dann müde, aber glücklich ins Bett fallen. Für uns ist das wirklich ein großer wahr gewordener Traum. Wenn wir irgendwann keine Lust mehr auf Kuchenrezepte, Videos oder Kochbücher haben, lassen wir es einfach und machen stattdessen das, was uns eben mehr begeistert. Niemand schreibt uns vor, was wir machen oder nicht machen sollen. Wir entscheiden selber, wie und an was wir arbeiten wollen. Das ist ein unfassbarer Luxus und darauf würden wir sehr ungerne verzichten.

Vielen Dank ihr Beiden, und weiterhin superviel Erfolg!

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