Ein eigenes Spiel herausbringen – Jane & Jule von quotery im Interview

von Julia
Ein eigenes Spiel herausbringen – Jane & Jule von quotery im Interview

Jane und Jule waren in der Grundschule beste Freundinnen – das sind mittlerweile schon über 30 Jahre! Nachdem es die eine nach Berlin und die andere nach Hamburg verschlagen hat, haben die beiden vor Kurzem ihr erstes gemeinsames Projekt gelauncht: Das Zitatespiel „quotery“ in der Berlin-Edition. Im Interview erzählen die beiden von ihren Erfahrungen aus dem ersten Businessjahr.

Fun-Fact: Die Jule im Text bin ich selbst. Dass ich superviele Interessen habe, hatte ich schon erwähnt, oder? :)

Danke, dass ich euch und eure tolles Spiel heute hier vorstellen darf. Ihr beide kennt euch seit über 30 Jahren und lebt in verschiedenen Städten zwei völlig verschiedene Leben – wie kam es zu eurem gemeinsamen Projekt „quotery“?

Jule: Wir haben uns nach langer Zeit für ein Konzert in Hamburg wiedergetroffen. Jane erzählte von ihrer Idee, ein Memospiel mit Zitaten zu machen. Da war ich Feuer & Flamme, denn ich hatte ebenfalls schon die Idee, ein Designprodukt mit Zitaten zu gestalten. Innerhalb von Sekunden war klar: Lass uns die Ideen einfach zusammenschmeißen und ein gemeinsames Projekt draus machen.

Jane: Das war wirklich toll, denn auf dieser Idee habe ich zu der Zeit sicher schon Jahre herumgedacht: Es fehlte mir jedoch die graphische Expertise und der technische Hintergrund. Glücklicherweise sind das alles Dinge, die Jule beherrscht. Wir ergänzen uns ziemlich perfekt.

quotery Berlin-Edition

Erzählt uns ein bisschen mehr über euch. quotery ist ja euer kreatives „Side-Business“ neben dem Hauptjob. Was macht ihr sonst so beruflich?

Jule: Ich bin als Designerin und Business-Coach tätig. Außerdem schreibe ich Bücher, z.b. übers Gründen oder wie man seine Potenziale finden und seinen Traumberuf daraus basteln kann.

Jane: Ich bin im Hauptberuf Wissenschaftlerin und arbeite als Post-Doc an der Fernuniversität in Hagen. Meine Forschung ist sehr vielfältig, befasst sich aber vor allem mit Themen rund um Liebe, Sex und Partnerschaften. Seit 2019 studiere ich außerdem an der Hochschule Merseburg Angewandte Sexualwissenschaft. Nebenberuflich arbeite ich noch als Yogalehrerin und schreibe. Zum Beispiel habe ich einen Blog bei den scilogs von Spektrum der Wissenschaft, der passend zu meinen Forschungsthemen love, sexually heißt.

Wie und wo findet ihr Inspiration? Wie kommt ihr in den kreativen Flow beim Gestalten eurer Zitatkarten?

Jane: Überall! Ich liebe das gesprochene, gesungene und geschriebene Wort, seit ich denken kann. Ich habe schon als Kind mitunter Nächte durchgelesen, wenn ein Buch mal wieder besonders spannend war. Wann immer ich einem Satz begegne, der mich auf irgendeine Art berührt oder zum Nachdenken anregt, notiere ich ihn.

Jule: Da kann ich nur zustimmen – mich inspiriert eigentlich so gut wie alles: Menschen, Orte, Natur, Kunst, Musik… Der kreative Flow entsteht bei uns beiden eigentlich so gut wie immer, wenn wir uns treffen – was wohl auch daran liegt, dass wir uns aufgrund der Entfernung nicht allzu oft sehen können und dann die Zeit einfach effektiv nutzen wollen.

Warum Zitate, warum Berlin? Woher kommt eure Faszination für diese Kombi?

Jane: Nun, ich lebe aktuell in Berlin und Jule hat hier viele Jahre gelebt. Die Stadt Berlin umweht eine Aura, die viele in ihren Bann zieht. Unter anderem uns. Vieles in und an Berlin ist besonders, seien es die Menschen, die hier leben, die Projekte die hier gegen alle Widerstände umgesetzt werden, die Architektur, die kulturelle und gastronomische Vielfalt um nur einige zu nennen. Viel der Essenz dieser Stadt findet sich in den Zitaten, die wir für das Spiel ausgewählt haben. Wer erinnert sich nicht an Klaus Wowereits berühmten Ausspruch „Berlin, arm aber sexy.“? Und genau das war auch unser Anspruch: Die Stadt Berlin, wie wir sie wahrnehmen, mit historischen und aktuellen Zitaten einzufangen. Wir finden, das ist uns auch ganz schön gut gelungen.

Jule: Berlin ist meine absolute Herzensstadt, ein Stück Heimat. Ich habe über 10 Jahre hier gelebt und komme immer wieder gern zurück.Ich liebe die Vielfalt hier. Es gibt eigentlich nichts, dass es in Berlin nicht gibt. Hier kann man alles sein – sich selbst in allen Facetten ausleben. Überall tobt das kreative pralle Leben. Und die vielen veganen Restaurants – hier bin ich einfach im Paradies :) Mit der Zitatliebe ist es bei mir ähnlich wie bei Jane: Ständig notiere, screenshotte oder fotografiere ich inspirierende Sprüche, die mir tagtäglich begegnen. Auch in Songtexten kommt soviel Schönes vor… Deshalb wollen wir auch unbedingt noch eine Edition mit Songzitaten machen.

quotery Berlin-Edition

Welche Schritte habt ihr während der Gründungsphase durchlaufen und welche Hürden galt es dabei zu meistern?

Jule: Am Anfang haben wir ziemlich viel Zeit in die Namensfindung für unser Business gesteckt. Denn das ist gar nicht so einfach, wie man denkt: „Memory“ ist ein geschützter Begriff und viele Markennamen sind beim Marken- und Patentamt bereits eingetragen. Da mussten wir ziemlich um die Ecke denken und uns mit Freunden beraten. Danach ging es ans Logo, die Gesellschaftsform – wir haben uns für eine GbR entschieden – … und… Jane, fällt dir noch etwas ein?

Jane: Das ganze Steuerrecht in Deutschland ist ziemlich kompliziert. Da mussten und müssen wir uns ganz schön einfuchsen.

Ihr lebt in Berlin & Hamburg – wie organisiert ihr die Zusammenarbeit im Team?

Jane: Wir leben dankenswerterweise in einer hochtechnisierten Zeit, sind also per E-Mail oder Messenger immer in Kontakt. Jule besucht mich auch regelmäßig über’s Wochenende in Berlin. In dieser Zeit sind wir sowohl für quotery sehr aktiv, vergessen darüber aber auch nicht, die Stadt zu genießen. Ob spazieren, in Ausstellungen und Galerien gehen oder auf der Suche nach dem besten veganen Vietnamesen: Währenddessen sprechen wir auch immer wieder über unser Business und entwickeln gemeinsam neue Ideen und Strategien. Das funktioniert bislang super. 

Jule: Ich bin mit dem Auto in knapp 3 Stunden bei Jane. Das könnte man schon fast als Katzensprung bezeichnen. Wir sehen uns so oft es geht und schreiben zwischendurch Nachrichten & Mails. Die Entfernung ist eigentlich kein Hindernis.

Was sind eure wichtigsten Learnings aus dem ersten Businessjahr?

Jule: Geduld ist eine wichtige Tugend (über die wir beide derzeit noch ungenügend verfügen, aber wir arbeiten dran :D ). Aber: Alles braucht Zeit, vor allem, wenn beide noch ein kunterbuntes Leben rund um das Side-Business führen. Und die Erstellung eines richtigen analogen Produktes ist für uns beide noch Neuland – ich komme ja aus dem Onlinebusiness-Bereich – da gibt es viel zu lernen.

Jane: Ich schließe mich Jule voll und ganz an: Alles dauert immer viel länger (und kostet mehr Geld) als man ursprünglich angenommen hatte. Ich bin nach wie vor überrascht, wie viele kleine Dinge zu bedenken sind, obwohl wir doch eigentlich nur ein Spiel entwickelt haben und nun unter die Leute bringen wollen. Aber es ist insgesamt ein sehr spannender Prozess, an dem wir beide aufgrund unserer Neugier sehr viel Freude haben. 

Von der ersten Idee bis zum fertigen Spiel – Welche Stolpersteine gab es während der Gestaltung eures Spiels?

Jane: Das Urheberrecht hat uns beispielsweise einiges Kopfzerbrechen bereitet. Aus meiner wissenschaftlichen Arbeit kenne ich es so, dass auch Originalzitate durchaus in Texten verwendet werden dürfen, sie müssen jedoch als solche gekennzeichnet sein. Nun gilt dies aber nicht, sobald man Zitate kommerziell nutzen möchte. Dafür bedarf es dem Einverständnis der Rechteinhaber*innen. Zitate auszuwählen war also noch die leichteste Übung, die Rechteinhaber*innen (wenn die Urheber*innen bereits verstorben waren) sowie deren Kontakt herauszufinden und sie dann noch zu erreichen war da deutlich langwieriger und herausfordernder. An Klaus Wowereit habe ich 5 E-Mails geschickt, bis wir das Okay für die Verwendung des Zitates hatten.

Jule: Und einige Künstler*innen, deren Zitate wir unbedingt dabei haben wollten, haben sich gar nicht zurückgemeldet. Das fanden wir sehr schade. Ansonsten ging der kreative Prozess bei uns relativ schnell. Wir haben mit einem Entwurf gestartet und diesen dann immer weiter entwickelt. Ich glaube, die dritte Designidee war es dann schon. Ein bisschen tricky sind allerdings der verfügbare Platz auf den Kärtchen und die Länge der Zitate. Denn es soll ja nicht nur ein schönes Zitat sein, sondern auch die Gestaltung soll 100% passen. Bei sehr langen Zitaten kann das schon mal knifflig werden oder dazu führen, dass wir eine Alternative suchen müssen.

Wie bringt ihr euer Spiel an die Leute? Was für Marketing-Maßnahmen habt ihr geplant?

Jule: Wir genießen das kreative Leben in Berlin und Hamburg und versuchen, uns so gut es geht zu vernetzen und Anderen von unserem Spiel zu erzählen. Wir kooperieren außerdem mit Influencer*innen, die unser Spiel in ihrem Blog oder über Social Media vorstellen. Außerdem haben wir vor Kurzem unseren Blog gestartet, wo wir in Zukunft Einblicke hinter die Kulissen unseres Business-Babys geben, Menschen interviewen und Tipps & Tricks rund um Berlin verraten wollen.

Zum Weiterstöbern

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